Endlich hat es geklappt, eine Verabredung für und mit meiner Stehradfreundin Elli.
Lange geplant, aber immer war was anderes. Und die Möglichkeiten dieses Dates sind sehr rar. Nur an wenigen einzelnen Tagen im Jahr und nur für ein Stündlein, auf Wochenmärkten, publikumsträchtigen anderen Veranstaltungen, vor Rathäusern verteilt im ganzen Kreisgebiet.
Vorbereitung muss auch noch sein. Formular ausfüllen, Eigentumsbeleg heraussuchen, Rahmennummer identifizieren.
Dabei trifft mich ein Schock. Ellis Rahmennummer finde ich, aber im Kaufvertrag steht eine völlig andere, kein Zahlendreher möglich! Und jetzt?! Ist Elli etwa illegal? Fliegt da etwas auf beim Date? Ich maile den Fachhändler des Erwerbs an. Wie fast erwartet, keine Reaktion. Öffnet sowieso nur noch auf Verabredung und steht wohl vor der Schließung.
Nun denn, ich mache mich dennoch auf, in der Nachbarstadt zur einstündigen Meet-and-Greet-Möglichkeit mit ...
Man bietet hier die Möglichkeit, sein Fahrrad kostenlos registrieren und mit einem Kennzeichenaufkleber versehen zu lassen. Ziel ist die schnellere Auffindung bzw. Identifizierung bei Diebstahl und durch den Aufkleber (haftet fest wie ein Siegel auf dem KFZ-Nummernschild) auch Abschreckung.
So finde ich mich wieder zwischen einem knappen Dutzend anderer Radler und 3 Beamt/innen in zivil vor deren Kleinbus. Die Diskrepanz zwischen Rahmennummer im Vertrag und in echt fällt nicht ins Auge, da sie erst gar nicht kontrolliert wird. Spannender ist die Frage, wieviel Zoll die Räder hätten. Ich weiß es nicht. Die Ordnungshüter schätzen sie auf 20, der vorhandene Zollstock kommt nicht zum Einsatz.
Aber nun, Rahmenhöhe? Kopfkratzen. "Dat Ding hat ja keene Saddel!" konstatiert ein muffeliger Beamter. Ja ganz recht, Elli hat keinen Sattel, aber die Bezeichnung "dat Ding" finde ich nun ziemlich beleidigend. Da also unklar ist, wo der Rahmen oben endet, bleibt diese Rubrik im Formular offen.
Und schon befestigt eine freundlichere Beamtin Ellis Kennzeichen an normierter Stelle: in Fahrtrichtung links und möglichst hoch, so dass die Polizei nötigenfalls beim Vorbeifahren erkennen können, dass hier ein amtlich registriertes Gefährt unterwegs ist.
Ansonsten waren die Tage notgedrungen sportlich hitzefrei. Bei teils 39 endet bei mir alles. Ich bin froh um die vor wenigen Jahren eingebaute Klimaanlage. Damit gelingt es wenigstens, die obere Etage leidlich zu kühlen.
Aber Sport gab es virtuell. Höhepunkt Sonntag: Früher Start in den Tag mit WM-Fußball.
Lückenlos schließt sich die Übertragung des Ironman Frankfurt an, der notgedrungen nicht komplett, sondern "nur" in der Halbdistanz ausgetragen wird. Der spätere Sieger wird im Interview sagen, dass er diese hitzebedingte Reduzierung ja anfangs noch sehr ärgerlich fand. Doch beim Zieleinlauf war er dann doch froh darum.
Gleich danach Umschalten zur Formel 1 in Spielberg, bevor der Abend dann mit weiteren Spielen der Fußball-WM weitergeht.
An das dortige Ausscheiden der deutschen Elf werde ich heute beim Bäcker erinnert. Ich gönne mir ein Frustverdauungskuchenstück (Stichwort Onlineshop-Bestellung, die im IT-System nicht mehr wiederfindbar ist, weswegen auch nicht storniert werden kann. Denn was nicht da ist, kann ja nicht storniert werden. Geld ist natürlich erstmal weg.)
In der Brottheke fallen mir Weckmänner mit ihren typischen kirschroten Lutschern auf. Ein Nahrungsmittel, dass hier üblicherweise nur von Oktober bis November erhältlich ist. Im Reflex schaue ich, ob da etwa auch schon irgendwo Christstollen liegt.... Nein, tut er nicht.
Beim Bezahlen leuchtet die Erklärung zwischen den Werbebotschaften auf dem großen Bildschirm hinter der Kasse auf. Dort werden die gebackenen Weckmänner optisch angepriesen, allerdings unter der Bezeichnung "Nagelsmänner", und statt des roten Lutschers halten sie ... na klar ... einen Fußball im Arm!
Ok, diesen jetzt wohl nicht mehr adäquaten Artikel konnte man durch rasche Umdekorierung doch noch verkäuflich gestalten. 😂