Montag, 4. März 2019

Glücklich auf den Kopf gefallen

Einen weiteren schönen Skitag können wir genießen. Diesmal am Männlichen, ein Berg der direkt gegenüber der Jungfrau liegt. Wer sich wohl solche Namensgebungen ausdenkt...?
Der Ansturm auf die alte Gondelbahn im Tal erfordert etwas Geduld, doch entgegen meiner Befürchtung verläuft sich oben alles und man hat viel Platz auf den Pisten.


Ich habe mich dummerweise überreden lassen, an einem spaßigen Skirennen teilzunehmen.
Eigentlich ist dieser Pistenabschnitt gut präpariert, wie wir bei einem ersten Test erkunden. Doch da bei einem Slalom ja alle um die gleichen Stangen herumfahren müssen, ist dieser Weg dann doch recht schnell ausgefahren und ich wünsche mir Spikes an den Brettern. Die Technik des gepflegten Kanteneinsatzes, wie man sie hier zur Anwendung bringen sollte, liegt mir einfach nicht so...



Der Rest ist daher schnell erzählt. Ich wähle eine sehr individuelle Linie, garniert mit speziellen Ruderbewegungen des Oberkörpers.
Heldenhaft erringe ich so mit meinem Einsatz den 13. Platz ... von 13 Teilnehmern.








Sonntag, langer Lauf der Woche steht auf dem Plan. Die Thuner Allmend ist unser Ziel, wo der Survival Run stattfindet und sich wieder viele, viele muntere Menschen über Stock und Stein und spezielle Hindernisse quälen möchten. Wir wählen die normale Piste, um dem Treiben ein wenig zuzusehen.
Das war der Plan.


Doch man muss auch flexibel sein im Leben. Und lernfähig. Ich lerne, dass man doch besser auch vor die eigenen Füße schauen und nicht nur laufend Fotomotive suchen sollte.
Jedenfalls gerate ich am Übergang von Gras zu Asphalt plötzlich ins Straucheln, versuche Ausfallschritte, die aber nicht gelingen. Dann kommt der Asphalt plötzlich ganz schnell näher, schneller, als ich die Arme nach vorne bringen kann. Als ich dann die Poren des Belags ganz groß vor Augen habe, stoppt auch schon selbiger recht unsanft den weiteren freien Fall meines Körpers und Kopfes. So dürfte es sich anfühlen, vom Vorschlaghammer getroffen zu werden. Ich muss mich erst eimal sortieren und entscheide spontan, am Boden zu bleiben. Das Karussell im Oberstübchen dreht sich ein wenig zu rasch für meinen Geschmack.
Passenderweise habe ich mir den Zielbereich dafür ausgesucht, direkt vor einem Erste-Hilfe-Zelt. So eilt dann auch eine hilfsbereite Sanitäterin herbei. Der Versuch, nach einer Weile aufzustehen gelingt zwar, aber der Pudding in den Knien ist mir noch zu dominant. So nutze ich die Möglichkeit einer Liege im Sanitätszelt noch für eine Weile. Das angeschürfte Knie wird versorgt und ich bekomme einen Becher Wasser. Nach einer Weile spüre ich Besserung und kann mich doch ohne weitere Schäden langsam erheben und den Weg fortsetzen.

Nur ein zartes Veilchen am Auge und die leichten Schürfungen an Knie, Schulter und Kinn erinnern noch an meine Slapstickeinlage.
Wie ich mir das ans Auge gezaubert habe, kann ich mir nicht ganz erklären. Vermutlich war das der Bügel der Sonnenbrille, der aber heil geblieben ist. Sieht schlimmer aus, als es ist.
Glück gehabt.



Nachdem wir vorsichtig antraben, geht es doch besser und besser und für den Rest des langen Laufs und ein paar Fotos reicht die Energie auch noch.
An dieses persönliche kleine Erlebnis werde ich mich noch länger erinnern, während die Survivalisten sicher auch noch länger an ihr kollektives Abenteuer zurückdenken werden.





Stau am Hindernis

Möge die Macht mit ihnen sein...

Das Gelbe waren vorher Bananenkostüme





Freitag, 1. März 2019

Karneval mit brennenden Beinen und wedelnden Waden

Hach, Karneval kann sooo schön sein! Auf alle Fälle, wenn man die freien Tage für einen Kurzurlaub nutzen kann 😀.
Also aufs Neue in die Berge, wo der Schnee rasant schmilzt.
Mittwoch die ersten 10 km nach meiner Tortur im Stadtwald gehen schonmal besser. Zumal in solch reizvoller Landschaft.



Bei Temperaturen deutlich über 10° habe ich mich prompt zu warm gekleidet. Aber immerhin schaffe ich den ollen Nachbardorfskirchhügel laufend. Geht doch.









Belohnt werde ich mit einem schönen Sonnenuntergang, der eine malerische Lichtstimmung zaubert.

Zwar liefen die heutigen 10 km endlich wieder richtig locker und sogar noch schneller als der Plan fordert. Dafür aber in einer trüben grauen Herbststimmung, kühl, bei tiefen Wolken, stürmisch-drehendem Wind und einzelnen Regentropfen. Da ließ ich die Kamera doch gleich daheim.
Und zeige hier lieber noch ein paar Bilder von unserem Ausgleichstraining gestern 😁. Beinmuskeltraining nämlich.
Und Training im Genießen...










Mit dem kleinen Hinweis auf das Ziel unseres Tagesausflugs sei gesagt, dass der Ort selber eine völlig falsche Vorstellung des Skigebiets auslösen könnte. Während es dort unten durchaus um Jetset und Glamour geht, wenn auch dezent, so doch unverkennbar, ist das Skigebiet wie jedesmal traumhaft. Wunderbarer Schnee, leere Pisten. Gut, für das allerbeste Wetter können die hier nichts und schweizer Preise zahlt man sowieso im ganzen Land. Doch anscheinend scharen sich die typischerweise hier vermuteten Begüterten eher um Pools und Bars, als sich auf die Bretter zu begeben. Gelegentlich sieht man natürlich schon Outfits und Ausrüstungen, die Normalobudgets deutlichst überschreiten und eher investiven Charakter haben. Aber: Die Piste ist für alle gleich und gutes Skilaufen muss auch jeder selber lernen.
Wobei ich konstatieren muss, genetisch ist man da als Rheinländerin wohl eher nicht prädisponiert. Den Einheimischen scheint es in die Wiege gelegt.
Ohnehin sagen lästerliche Zungen den hiesigen Menschen nach, dass sie bei Geburt eines Babys als erstes nicht nach "Junge oder Mädchen?" fragen, sondern nach "Skifahrer oder Snowboarder?" 😉 Mein Mann ist auch so einer, der schon mit Bindung auf die Welt kam...
So genießen wir diesen Tag in Winterlandschaft bei frühlingshaften Temperaturen, bis die Beine brennen! (Bei mir natürlich früher als bei meinem Mann)

Am Ende noch der beste Schnappschuss des Tages, fast hätte ich den übersehen:


Da fehlt nur noch die Skibindung für Barfußskiläufer! 😆

Mittwoch, 27. Februar 2019

Torturen im Stadtwald

Ich hänge hinterher mit der Blog-Buchführung, hier also die Ereignisse des Sonntags, an dem mein Mann einmal mehr zum Höhenmetersammeln in Köln antrat.
Man mag sich wundern, aber das geht. Wenn man im Stadtwald oft genug über die vermeintlichen Hügelein und durch jede Kuhle trabt, kommen auf 55 km 1.100 Meter in die Höhe zusammen. Deswegen nennt sich das ganze auch Tortura Köln, näheres gibt es hier: Link. Mir war das, ich räume es freiwillig ein, nach der Testrunde im Januar zuviel des Guten. Ich wollte auf flachen Wegen dort meine eigene Runde drehen.

Doch auch den Teilnehmenden am Lauf beim Start zuzuschauen war spaßig.
Insider wissen, eine Besonderheit sind die liebevoll von Kinderhand gemalten Startnummern. Mein Mann wählt Schildkröte, der Astronaut war leider schon weg und das Flugzeug auch.





Weitere Besonderheit: Die hausgemachten Leckereien, hier wartet der Hackbraten auf seine Fans. Die kommen allerdings auch aus anderen Kreisen, denn die zahlreichen Bellos fühlen sich vom Duft magisch angezogen und vergessen teils Herrchen und Frauchen.






Ja und wo sonst hat jeder Läufer sein persönliches Becherchen...? Da eine Runde etwa 5 km misst, kommen diese Accessoires regelmäßig zur Anwendung.








Körperhaltung und Outfit der Athlet/innen zeigt, es ist kalt, ca. 1°, als in Sichtweite des Stadions in Müngersdorf zum Start aufgerufen wird.









Und so macht sich das bisher größte Teilnehmerfeld auf ins Abenteuer.
Doch schon nach wenigen Minuten kommt das Feld zu unserer Überraschung geschlossen am V-Punkt an. Ähm, haben die den kollektiven Turbo gezündet?
Die Erklärung ist einfacher: Nile hatte die Kursmarkierungen während eines Nachtlaufs angebracht, und gleich die erste, an einer im späteren Kursverlaufs zu kreuzenden Stelle, schien missverständlich und wurde von den Führenden falsch interpretiert. Den Rest erklärt der Herdentrieb...

Nach einigem Gefluche (nicht ganz unberechtigt) machen sich alle nach mündlicher Instruktion erneut auf und die Winzigrunde wird als Warmlaufen interpretiert.

Ich für meinen Teil halte mich noch eine Weile am Start/Ziel auf, bis die Sonne ein wenig Wärme erzeugt. So bekomme ich auch mit, dass die Teilnehmer, wenn sie dann den Kurs nach 2-3 Runden verinnerlicht haben, sich meist freudig über die Herausforderung äußern, während sie das wie immer reichhaltige Läuferbuffet zur Stärkung nutzen.
Bevor meine Füße gänzlich einfrieren entschließe ich mich, auch zu meinem langen Sonntagslauf aufzubrechen.
Als erstes quere ich ungeplant meines Mannes Strecke. Ihm geht es gut, auch wenn ihn dort der spätere Sieger gerade überholt.

Ich genieße den Vorfrühling, wie viiiele andere Spaziergänger und auch Läufer auch.







Am Vereinsheim des FC beenden gerade die Profis ihr Training, einige bleiben noch und unterhalten sich mit Fans.













Nur der echte Hennes ist nirgendwo zu sehen. Aber der lässt es sich abseits der Spiele im Zoo gutgehen, von wo er dann jeweils zu den Spielen anreist.






Eine kleine Schar Kanada-Gänse rastet auf einer Wiese, später steigen sie in die Lüfte auf und davon.
Ja, das ist leider kein Sinnbild für mein Laufgefühl. Ob ich zu lange in der Morgenkälte gestanden habe? Das Blei will nicht aus den Beinen weichen...



Doch zunächst macht mir noch dieses neue Häuschen ganz nah bei Start/Ziel Beine... Frau kennt das Problem: Während den Herren jeder Baum recht ist, muss unsereiner suchen.
Aber hier wird für 50 Cent doch Positives geboten.







Innen drin übrigens diese besondere Abfallsammlung. Später stellt ein Teilnehmer die berechtigte Frage, welcher Junkie denn 50 Cent investiert, nur um seine Spritze loszuwerden...?






Das werde ich wohl nie erfahren und schleppe mich nach 10 km zunächst schlapp zum V-Punkt, labe mich ein wenig, versuche mich aufzupäppeln. Doch schon der kleine "Ansturm" auf den Todesberg fült sich an wie ein Alpenpass. 😓






 Ich drehe eine Ehrenrunde um das Stadion ...












... und amüsiere mich ein wenig über Die Sprüche bei den Zugängen. Das mit der Toraufsicht wäre auch eine Maßnahme für die Elf.
Für meinen Teil ringe ich mir 20 mühselige km ab. Nun denn, dann KANN sich der nächste Trainingslauf nur prima und hoffentlich "spürbar anders" anfühlen ... hoffe ich mal.
Mein Mann absolviert ohne wirkliche Vorbereitung seine 55 km in immerhin etwas über 7 Stunden.

Montag, 18. Februar 2019

Auftanken am See

Noch nachzutragen: Der lange Lauf des Wochenendes, 22 km am Thunersee. Ein Lauf zum Auftanken: Sonne, Energie und Lauflust.
Ich mache mich am Morgen auf den Weg bei 4°, nach 2,5 Stunden zeigt das Thermometer deren 10, und steigt zum Nachmittag noch weiter. Das wollen viele andere auch genießen, die Lokale haben die Outdoor-Saison eröffnet, am Aareqai und Mühleplatz laufe ich an den Reihen der restlos besetzten Tische entlang. Ein Gefühl, wie beim Stadtlauf, der auch hier entlang führt.
Überhaupt gleicht der Lauf in weiten Teilen einem Slalom, immer schön um die vielen Spaziergänger herum.
Fast ist es ein wenig wie die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub: An den direkt am See liegenden Abschnitten sind es die vielen Flaneure, die den Lauf leicht erschweren, an den Passagen der Staatsstraße entlang (der einzigen Umfahrung des Nordufers) röhren die Motoren und nerven auf ihre Art. Dennoch, der Blick über den See ist einmal mehr phantastisch.
Kommt doch mal mit:










Der See scheint mir etwas weniger Wasser als sonst zu haben, aber das ist sowas von klar:










Nur sollte man sein Rad nicht länger drin liegen lassen.










Die Perspektive des Rückwegs ist übrigens auch nett, bei weitem aber weniger spektakulär, mit Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau läuft es sich einfach - magischer.
Wie so oft im Leben - alles eine Frage der Blickrichtung.

Von den schönen Eindrücken des Laufs muss ich nun wieder eine Weile zehren...😏