Freitag, 31. Januar 2014

Um die Wurst





Wie am Spiel des Lichts im Fell unseres schwarz-weißen Futterfetischisten unschwer zu erkennen ist, hat heute der Wetterbericht Recht behalten: 7 Grad und Sonne erfreuen das Rheinland!

Ja da heißt es doch nichts wie rein in die Puschen und los gehts.

Gerade denke ich noch daran, dass es bei dieser Temperatur sicherlich Menschen gibt, die wadenfrei laufen, und zack, kommt mir schon einer dieser Spezies entgegen.
Für mich ist das nach wie vor nichts, alles im einstelligen Bereich ist bei mir garantiert mit voll verhüllten Beinen und Armen.



Doch so blau der Himmel und so strahlend die Sonne, irgendwie läuft es heute nicht richtig rund. Die Beine etwas schwer, der Puls geht auch höher als er müsste. Und dabei hatte ich mich gestern schon so auf heute gefreut, besonders nach den zweieinhalb Stunden, die ich auf dem Folterstuhl des modernen Peinigers in weiß -man nennt ihn auch Zahnarzt- verbringen durfte...









Oder drückt mich etwa in vorauseilendem Gesundheitsbewusstsein das schlechte Gewissen...? Nachher gibts Currywurst mit Pommes an der rheinlandweit besten Pommesbude! Also das ist jedenfalls der Menüvorschlag meines eidgenössischen Ehemannes. Da kann ich ihn ja schlecht allein essen lassen... Wäre das nicht unhöflich??
Ich sag mal, ein wenig Fleisch ist ja auch gut, habe ich neulich bei der Ernährungsberatung gelernt.
Und Kartoffeln als Rohprodukt der Pommes sind prima Kohlehydratlieferanten.
Und in der Mayo ist Ei drin, also Eiweiß.
Und schließlich habe ich jetzt das Gewissen rein gelaufen, die Wurst darf auf den Teller ;-)
Gesund gegessen wird dann danach auch wieder, ähm, nach dem Dessert, meine ich.

7 Grad, 9,3 km, 59:37 Min, (6:18 Min/km), Puls 141

Mittwoch, 29. Januar 2014

Im Känguruviertel


Welch ein schöner Tag heute! Der Himmel wurde heute Nachmittag blauer und blauer und auf dem Heimweg strahlte eine goldene Sonne! Aber wehe, als ich aus dem Büro auf die Straße kam, da pfiff ganz schön der Wind. Vor allem in der Nähe des Kölner Doms, den ich auf dem Weg zum Bahnhof passiere.
So beeilte ich mich heimzukommen, denn das Wetter wollte doch genutzt sein! Bzw. musste, denn schon wieder gab es Essen im Büro, wie un-an-ge-nehm ;-) Es gab 2 Geburtstage zu feiern, und die "Jubilare" hatten gesundes Essen gekocht. Nachdem die Firma uns kürzlich eine Ernährungsberatung spendiert hatte (sehr interessant, es gab sogar am Ende für jeden eine Joghurtspeise mit Cranberries und Mandelsplittern - mh!), wurden uns heute aus dem ausgehändigten Rezeptheftlein Karottensuppe mit Ingwer, Gemüsebolognese mit Vollkornnudeln, Petersilienmuffins kredenzt.

Tja, da muss doch heute noch mehr für die Gesundheit getan werden. Daheim also erst gar nicht hingesetzt, sondern gleich umgezogen und losgelaufen. Und einmal mehr bin ich erstaunt, wie gut  die eigentlich relativ dünne Funktionsbekleidung, im Zwiebelprinzip getragen, wärmt. Da freut man sich doch über die Innovation im Textilsektor, die dem Konsumenten echte Vorteile bringt. Bei den 2 Grad sind auch die Skihandschuhe und die warme Mütze nicht zuviel. Trotz der Sportbrille bringt der kräftige Ostwind die Augen teilweise zum Tränen.
Leider habe ich nicht mehr viel von der Sonne, sie versteckt sich rasch hinter einigen Wolken und ich laufe in die Dämmerung hinein. Dennoch- man spürt, dass die Tage wieder länger werden!

Am Ende laufe ich durchs "Känguruviertel", ein Neubaugebiet. Heißt offiziell anders, aber wo so viele große Sprünge mit nix im Beutel machen, finden sich schnell solche Namen...
Ein Haus fällt mir immer noch abends besonders auf: Ein nettes Einfamilienhaus mit Wintergarten. Aber dann war der Beutel leer. Im ganzen Wohnbereich nur ein TV, ein Sofa und ansonsten Plastikcampingmöbel. Da auch die Gardinen fehlen, Zaun und Anpflanzung ohnehin, und das Haus direkt an der Straße steht, kann ich das seit bald 2 Jahren so sehen, besonders abends. Ob es das dann so wert ist...?

A propos nix im Beutel: Die Batterie meines Laufsensors ist leer, so dass ich meine Wegstrecke nur schätzen kann.
2 Grad, ca. 8 km, 47:56 Min (ca. 6 Min/km), Puls 139

Sonntag, 26. Januar 2014

Autobahneinweihung

Langsam geht es in Richtung Trainingsplan zum nächsten Marathon. Um den Einstieg zu erleichtern, steht heute ein längerer Lauf auf dem Plan. Da kann ich gleich noch eine weitere Neuerwerbung von gestern testen, eine Windstopper-Laufpant. Die erweist sich als guter Kauf, trägt sich bequem, und blockt den Wind, der heute nasskalt aus Westen weht, wirkungsvoll ab.
Ich nehme mir vor, zuerst dem Wind entgegen zu laufen, also westwärts. Richtung Manheim, wo ich auch ein Stück des Wegs Windschatten im Wald erhoffe.


Doch kaum bin ich nach 1,5 km am Waldrand angekommen, wird eine Befürchtung wahr.
Wo noch im letzten Sommer ein Weg tief in den schattigen Wald hineinführte, schneidet nun ein Beton- und Asphaltband quer durch die Botanik.

Je näher ich komme, umso besser erkennbar wird die Änderung. Hier wird die neue A4 gebaut. Denn wegen des herannahenden Braunkohletagebaus muss sogar die viel befahrene Autobahn weichen und verlegt werden.



Etwas links von der Mitte erkenne ich im Hintergrund meinen alten schönen Waldweg wieder. Zwar wird wohl eine Wild-(und auch Läufer-)wechseluntertunnelung entstehen, aber die ist noch nicht benutzbar.
Ich kapituliere vor dem Schlamm und Matsch und drehe um. Ein Stück zurück habe ich eine neue Brücke gesehen, die über das Betonband führt.

Die Brücke ist begehlaufbar, aber ich hoffe, sie ist insgesamt stabiler konstruiert als die provisorische Seitenbegrenzung.

 Von oben bietet sich ein imposanter Blick auf die entstehende neue Strecke:

Hinter der Brücke führt der Weg in den Wald hinein und wie die Motorengeräusche von der Kartbahn verkünden, wird dort fleißig trainiert. Die Kartbahn in der Steinheide übrigens, auf der die Schumacher-Brüder groß wurden, und auch schon Sebastian Vettel Jugendrennen fuhr.

So trabe ich dann Richtung Wald.
Doch da kommt mir der Gedanke ...
Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, eine Autobahn läuferisch zu erobern...?
Der Gedanke gefällt mir... immer mehr.
So suche ich mir eine Stelle, an der die Matsche, die auf dem Weg zur neuen Fahrbahn durchquert werden will, nicht zu tief ist. Bald habe ich eine solche Stelle gefunden und gelange mit halbwegs erträglichem Verschlammungsfaktor der Schuhe auf den neuen Asphalt.


Ein ungewohntes Gefühl. Natürlich läuft es sich sehr gut, auf einer solchen auf Highspeed angelegten Piste. Nur vereinzelt stehen Baumaschinen herum.
Scheinbar endlos windet sich das graue Band dem Horizont entgegen.
Zusammen mit dem trüb-grauen Himmel ergibt sich eine einheitliche farbliche Stimmung. Was das Bild nicht widergeben kann, ist der Wind, der mir unablässig entgegenweht. Wobei der natürlich im Vergleich zu einer richtig "steifen Brise" an der Küste harmlos ist.
















Interessanterweise sind die Platten, die später den Standstreifen ergeben werden, durchnummeriert. Der Sinn ist mir schleierhaft.
Jedenfalls alles hübsch brav der Reihe nach folgt eine Zahl mathematisch korrekt der nächsten.




Direkt neben der Autobahn verläuft die Bahnstrecke. Gelegentlich fährt ein Zug vorbei, auch ein Thalys, der gute Erinnerungen an unsere Fahrt mit diesem Zug nach Paris zum dortigen Marathon weckt. Ansonsten bin ich völlig allein. Nur auf meinem Rückweg finden 2 Mountainbiker über eine zerfurchte Baustellenzufahrt auch den Weg hierhin. Wobei diese wunderbare flache und bestens asphaltierte Oberfläche eher eine Herausforderung für Rennradfahrer darstellt.
So trabe ich dann vor mich hin und überlege, dass diese Route für die demnächst anstehenden Longruns sicherlich eine gute Möglichkeit darstellen sollte- sonntags, außerhalb der Bauarbeitszeiten.

Da ich inzwischen gewendet habe und (hübsch brav wie es sich gehört, auf der anderen Fahrbahnseite - der Mensch ist ein Gewohnheitstier) auf dem Rückweg bin, wurde aus dem Gegen- ein unterstützender Rückenwind.

So langsam freue ich mich aufs Heimkommen und Labsal für den Magen,  spätestens bei diesem Hinweis:


Muss ja auch nicht gleich ein ganzes Bankett sein, ein leckerer Toast mit Butter und Marmelade täte es und tut es später auch ;-)




So geht es dann unter einer letzten Brücke hindurch zurück zu der Stelle, an der ich zuvor "eingestiegen" bin. Kurz vor Ende der Neubaustrecke arbeite ich mich nochmals durch den Schlamm zurück auf normale Wege. Auf dem Heimweg erkenne ich eine bessere Zugangsmöglichkeit, vielleicht für ein paar Wochen, bevor der Bau weiter gedeiht. Ich war nicht das letztemal hier...


5 Grad, 14,7 km, 1:38:53, (6:35 Min/km), Puls 135.

Samstag, 25. Januar 2014

Von 2 Käferbeinen und 4 Pfoten



Das Buch, das ich derzeit lese (Bernd Heinrich "Laufen") hat mir klargemacht, das unter meinen Vorfahren Käfer gewesen sein müssen. Denn so wie er beschreibt, dass ein Käfer je kälter es ist, je langsamer er seine Beine bewegen kann, genau so fühle ich mich bei sinkenden Temperaturen. Beim Kölner Halbmarathon habe ich das sehr deutlich gespürt, als ich durchgefroren am Start stand und gar nicht recht "in die Gänge" kam.

So wollte ich nun heute einen länger gehegten Plan umsetzen und mir heute richtig warme Wintertights kaufen. Doch wie ich feststellen musste, steht das Angebot im örtlichen Handel der nahegelegenen Millionenstadt in umgekehrt proportionaler Beziehung zu den Artikeln in der einschlägigen Fachpresse. Will sagen: Schon Ende Januar ist die Frühlingsmode im Regal. Anscheinend wissen die wohl, ob/dass wir keinen Winter mehr bekommen. Zwar hatte ich sogar eine Tight mit einem wahrscheinlich perfekt wärmenden Material in der Hand, die sogar sehr lobend in der Fachpresse Erwähnung fand. Aber die haben wohl nur die Herren-Version getestet. Denn die Damen-Variante ist als Hüfthose geschnitten!!! Wie kann man bloß auf solche eine Idee verfallen, auf den Trip muss man erst einmal kommen! Da werden die Beine schön warm gehalten, nur damit die Nierengegend die Wärme gleich wieder verliert...
Schlussendlich landete ich dann bei einem Kompromiss: Eine Hose aus dem preiswerteren Segment von RP, die gut warm hält, dafür aber nicht den ganz großen Tragekomfort bietet. Im Stehen und Gehen ok, aber größere Beinbewegungen (Dehnen) mag sie nicht. Unterm Strich in Anbetracht des Sale-Preises ok.

Der heutige Lauf bestätigte die guten Wärmeeigenschaften. Das zudem erworbene Winter-Longsleeve eines renomierten Herstellers trug sich auch erfreulich gut. Zwar ist es in einer eher schrägen Pyjamafarbe gehalten, irgend ein undefinierbares Türkis, aber der Zweck heiligt die Mittel und es kommt ja eine Jacke drüber.

Und ein Paar Yaktrax run warten nun auf ihren ersten Einsatz, der wohl eher "down under" (CH) sein wird.

So lief ich mit gut warmen Käferbeinen heute ein kleine Runde, allerdings gab anfangs der Bauch einige Störimpulse in Form von Seitenstechen. Nach vorübergehender Temporeduzierung lief es dann aber doch ganz gut.

Richtig klasse lief es woanders. Gehört thematisch zwar nicht ganz hierhin, aber es freut mich einfach so:
Hat dann auch mit 4 Pfoten zu tun, einer Herzensangelegenheit, einem Promi, der mal durch eine gute Tat glänzt, und dem Tierheim, dem ich verbunden bin:    Hier lesen

5 Grad, 7,9 km, 49:20 Min, (6:14 Min/km), Puls 135


Mittwoch, 22. Januar 2014

Schwein gehabt und Sterne gesehen





Im letzten Abendrot starte ich heute auf eine meiner Standardrunden. Nachdem ich mir fast ein Eigentor geschossen hatte. Im Überschwang der läuferischen Glücksgefühle nach dem Staffelmarathon habe ich flugs die verschwitzte Kleidung in die Waschmaschine gesteckt - ohne nochmals genauer zu kontrollieren. Dann wäre mir sicherlich aufgefallen, dass in einer Tasche noch der Pulsmesser des Brustgurts steckte... Nun ist der Beweis erbracht: Die Bauweise hält auch einen 60-Minuten-Waschgang aus. Schwein gehabt!

Die Messung ist heute wie immer, die ersten Minuten viel zu hoch und dann ist es ok.
Es machen sich schon leicht vorfreudige Gefühle auf den nächsten Marathon breit, nachdem ich am Wochenende das Hotel gebucht habe. Im April wird bei uns "alles Walzer" sein, mal sehen, wie sich bei solchen Klängen ein Marathon läuft :-)))
Und als habe es sich auf die Beine übertragen, gelingt mir ein angenehmer lockerer Lauf, der nur gegen Ende vom kalten Gegenwind etwas gebremst wird. Zwei Dörfer weiter sehe ich wahrhaftig noch Sterne, fast einen Monat nach Weihnachten...




 

Ein wenig hänge ich noch in Gedanken dem gerade beendeten Buch nach, Haruki Murakami "Wovon ich rede, wenn ich vom laufen rede". Ein stilles und unspektakuläres Buch, aber vielleicht gerade deswegen so eingängig? Der Autor erzählt aus seinem Leben, und wie er zu Laufen kam, von seinen Erfolgen, von seinen Niederlagen, von seinen Gedanken beim Laufen. Interessante Fragen werden aufgeworfen, was schafft Zufriedenheit, im Leben und im Laufen, geht es immer nur um neue Bestleistungen? Schön zu lesen, wie eine angenehme Unterhaltung am prasselnden Kaminfeuer. Ich habe mich auf jede Stunde gefreut, die ich dem Fortgang dieser Unterhaltung widmen konnte.

3 Grad, 11,4 km, 1:07:47 (5:56 Min/km), Puls 141