Freitag, 18. Dezember 2015

Ab an die Kante

Heute hätte ich gleich mehrere wenn auch zurückhaltend blühende Rosen ablichten können. Doch das widerstrebt irgendwie meinen auf Weihnachten gepolten Gefühlen. Statt dessen erwische ich dann dieses muntere Weihnachtsmotiv.
Eine wunderbare Ergänzung zum letzten Post.

Heute soll es läuferisch wieder einmal an die Kante gehen. An die Abbaukante des Tagebaus.


Schon von weitem grüßt das stählerne Monster, das imposant nahe an der Straße am Grubenrand knabbert.
Im Juli war ich zuletzt hier (Link), als ebenfalls ein Bagger sehr nahe der Straße stand. Sie bewegen sich mit ihrem Schaufelrad entlang des Grubenrandes, dessen östliches Ende hier ist. Daher ist es Glückssache, einen dieser Dinosaurier so nahe sehen zu können.



Wer hier die Kurve nicht schafft, den fangen Sperre, Zaun und Erdaufschüttungen wahrscheinlich noch auf. Doch so schnell bin ich ja nicht unterwegs und kann gerade noch die Zentrifugalkräfte bezwingen (hüstel).
Betreten ist natürlich verboten.
Doch frau ist nunmal neugierig.

Etwa 100 m weiter die Straße entlang bietet sich die Möglichkeit eines besseren Einblicks, indem ich die Straße für 2m verlasse und einen kleinen Erdwall besteige.
Laut hört man die Abbaugeräusche: knirschen, metallisches rauschen und ächzen, eine destruktive Sinfonie der Technik.






Konstruktiv hingegen begegnet man hier interessierten Zuschauern. Unmissverständlich wird neuerdings auf Strafen bis zu 250.000 EUR und 6 Monate Ordnungshaft verwiesen, die der riskiert, der sich zu sehr nähert.
Na da weiß man doch gleich,wo's langgeht.

Für mich gehts ab hier wieder langsam zurück. Vorbei an einem alten Mann, der vom Rad gestiegen ist, und ebenfalls stumm auf diese Mondlandschaft mit Raffzahn schaut. Vielleicht hat er früher mal irgendwo da gewohnt, wo nun das Riesenloch gähnt...?

Was die Dimension angeht, habe ich mir erlaubt, bei Google Earth einen Screenshot zu machen. Und zur Einschätzung der Größenrelation Köln mit draufgelassen. Der Tagebau ist der große helle Fleck links. Allerdings kommt Google kaum nach, der Stand dürfte etwa 2 Jahre alt sein. Inzwischen hat sich das ganze Loch weiter nach Südost gefressen. Dafür ist nun die verlegte Trasse der A4 enthalten, südlich der Grube. Wer weiß, wie es hier in einigen Jahren aussieht. Obwohl, naja, rhetorische Frage. Es zeichnet sich ja jetzt schon ab.
So laufe ich also dem Weihnachtsurlaub entgegen. Schön langsam, denn meine Ärztin meint, die Borreliose könnte doch noch nicht so durch sein. Es gibt Anzeichen dafür, aber auch Anzeichen dagegen. Im Januar weitere Tests, bis dahin gilt: Laufen mit angezogener Handbremse.

A propos: Mich ereilte heute wie das Kind die Jungfrau ein nettes anderes Training am kommenden Montag, denn einige Menschen unserer Firma dürfen dann an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen. Zwei von ihnen mussten absagen. Die vakanten Plätze wurden an die vergeben, die am schnellsten auf die entsprechende Rundmail an alle reagieren.
Manchmal ist es echt von Vorteil, wenn man Freitag Nachmittags noch am PC sitzt und auf solche Mails sofort antwoten kann... :-). Dann bin ich schon mal gespannt!

12 Grad, 11.7 km, 1:13:37, (6:16 Min/km), 5 (!) Höhenmeter

Dienstag, 15. Dezember 2015

Ostachten oder Weihstern?

Laufen ist doch etwas Herrliches!
Nicht nur, dass man etwas für die Gesundheit tut und das Selbstbewusstsein stärkt.
Nein, man erlebt Natur und Elemente mit allen Sinnen.
Man genießt die Bewegung, fühlt den Wind, das Tap-tap der Füße auf dem Boden (zumindest bei Asphalt, Trail wäre eher Mpf-mpf oder so), spürt die Anstrengung, den hämmernden Puls, den tiefen und schnellen Atem.
Und zu schauen gibt es auch meist etwas, jedenfalls, wenn man die Blicke links und rechts des Wegs schweifen lässt.
Wer hier öfter liest weiß, dass ich das besonders mag. Und auch gern fotografisch festhalte. Daher ist meist meine kleine Kompaktkamera dabei. Wobei es EINE Garantie gibt, dass etwas Interessantes vor die Linse kommt: Immer dann, wenn ich gerade KEINE Kamera dabei habe.
Murphy's Law beim Laufen sozusagen.

Doch manchmal...
... manchmal kommt es zusammen...
... wie man es genau braucht.
Kamera trifft auf Motiv der ganz anderen Art.

Und so etwas kann ich vom heutigen Lauf zeigen. Zwar nicht fototechnisch perfekt, die einsetzende Dämmerung erlaubte nichts besseres. Aber besonders ausgefallene Motive sinds schon...

Dieser Weihnachtsmann in Über-Lebens-Größe vorm Fenster, ist er nicht herrlich!?



Und dann der schon oben teilweise gezeigte Vorgarten.
Mit Weihnachtsdeko in den Fenstern.
Und davor ...
im Vorgarten ...

... O S T E R E I E R!
Ja ist denn schon Ostachten, äh Weihstern? Köstliche Idee zu den derzeitigen Temperaturen.


Gelaufen bin ich auch.
Samstag gemütliche 9,5 km.
Und heute mit der Idee eines Intervalltrainings spontaner Art. Nach dem Einlaufen 4 x 1km in rd. 5:00 in/km, dazwischen 500m gemütlicher Trab. Es macht richtig Spaß. So sehr, dass ich noch hier und da eine Schleife im Viertel laufe.
Aber noch schönere Motive wie die beiden oben waren heute nicht weiter zu finden.

10 Grad, 8,9 km, 53:08, (6:00 Min/km, darin 4x 1 km in rd. 5:00 Min/km), Puls 144

Freitag, 11. Dezember 2015

Mach ma Tabata

Die Woche ging schnell herum, wieder keine Zeit zum laufen und heute dazu noch Regen (Der Rheinländer würde sagen "Usselswetter") und damit einhergehende akute Unlust, vor die Tür zu gehen.

Ich überliste mich, indem ich die Schlüsselabholung bei unserer Katzensitterin für die Mittagszeit vereinbare. Der Weg per Auto dorthin wäre lächerlich. Nur zu Fuß gehen, wäre auch doof.

Da kommt mir in den Sinn, dann kann ich ja heute das ausprobieren, was ich neulich in einer Läuferfachpostille las: Tabata! Das Prinzip: Einlaufen
+ 8x die Abfolge 20 Sekunden Maximalsprint und 10 Sekunden Erholung (Genau, ergibt 4 Minuten)
+ Auslaufen.
Da muss ich ja wohl gar nicht so lange raus... aber das soll Training sein?

Da ich Hitzeentwicklung vorausahne, ziehe ich mich so leicht an, dass ich richtiggehend bibbere, während V800 mal wieder länger als die werbewirksam artikulierten 10 Sekunden zur Satellitenortung braucht.
Während des Einlaufens erkunde ich die Windrichtung und suche mir einen Feldweg parallel zu selbiger.

Noch rasch das Display auf riesige Sekundenanzeige eingestellt und los gehts auf die ersten 20 Sekunden, die ich laufe, als wenn es um mein Leben ginge. Fühlt sich klasse an!
Kleiner Trab für 10 Sekunden.

Und schon der nächste Sprint. Jooo, da geht jetzt aber die Pumpe spürbar etwas höher.
Pause - 10 Sekunden können aber verdammt kurz sein...

Schon wieder Sprint, kann es sein, dass die Beine schon schwer werden...?
Pause - Ich schnaufe recht vernehmlich.

Kaum 3x geatmet und schon wieder muss ich los. 20 Sekunden sind aber echt lang.
Pause - Die 10 Sekunden Erholung zu nennen grenzt an Blasphemie!

Schon wieder Sprint. Erwähnte ich schon, dass das echt anstrengend ist?
Uff, Pause, die Lunge brennt.

Kein Erbarmen, Rennnnnnnnen! Woher kommt eigentlich der Kleister auf dem Asphalt...?
Ich falle geradezu in die 10-Sekunden.

Was für eine Plackerei! Gerade sind erst 3 Minuten Anstrengung rum und ich komme mir vor wie eine alte Blechlaterne.
In den 10 Sekunden spüre ich keinerlei Erholungseffekt, sie verhindern lediglich den sofortigen Herztod.

Endlich auf zum letzten, ich reiße mich nochmal am Riemen und die 20 Sekunden ab.
Geschafft! Die 8 Phasen wie auch meine Wenigkeit.
Die Atmung an der Grenze zur Hyperventilation, der Puls im Stakkato.
Von Bibbern keine Spur mehr, mir ist gut warm geworden, sehr gut.

Ich brauche erstmal ein paar Momente, um wieder in brauchbaren Modus zu gelangen. Ich hätte nicht gedacht, dass 4 Minuten so fordernd sein können, wobei sie ja auch noch Pausen enthalten!
Deutlich anstrengender ist das Ganze, als ich es vorher dachte. Dafür war ich in den 20'er-Abschnitten sogar unter 4 Min/km unterwegs.
Und beim Auslaufen habe ich zwar das Gefühl, gemütlich zu joggen, doch es ist immer noch deutlich unter 6 Minuten.

Mein Fazit: Ist anstrengend und mal eine interessante Abwechslung. Sicher eine gute Variante des Tempotrainings in Fällen, wo die Zeit knapp ist und man dennoch etwas tun möchte.
Die Aussagen, die man beim Googlen auf diversen Webseiten findet über die phantastische Fitnesswirkung halte ich aber für übertrieben. Dass 4 Minuten Tabata so effektiv seien wie 1 Stunde Crosstrainer, scheint mir eher sehr gewagt. Mein Kalorienverbrauch wird mir mit 147 angezeigt für diese kleine läuferische Abwechslung. Da liest man von Nachbrenneffekt, erhöhtem Kalorienverbrauch für sagenhafte 24 Stunden. Naja, wir haben ja gerade die Zeit der Wünsche...

Dennoch werde ich zukünftig sicher öfter mal Tabata machen.

Montag, 7. Dezember 2015

Sonne, Nebel, Schnee und Eis


Sonntag - same procedure as Saturday: Nebel und Sonne. Ich will mich ja nicht wiederholen, aber eine solche Atmosphäre ist selten und es ergeben sich einfach wieder wunderschöne Impressionen.










Eine erste gleich kurz hinter dem Dorf: Wo Sonne und Regen einen Regenbogen ergeben, ergibt Sonne und Nebel hier einen Nebel(?)bogen...? Ein solches Phänomen habe ich noch nie gesehen.









Je mehr ich Richtung Schallenbergpass (hinter diesem beginnt das Emmental) laufe, umso mehr Rest-Schneefelder zeigen sich.






Der sanfte Wind nimmt die Kälte des Schnees auf und in der Nähe solcher Flächen ist es merklich kälter.




Bach plätschert,
Sonne scheint,
Schnee glitzert.















Mein Wendepunkt, die Eisbahn von Oberlangenegg, wo fleißig der Puck (was mein eidgenössischer Ehemann und seine Landsleute als "Pöck" aussprechen) traktiert wird.
Lieder gelingen mir keine guten Bilder, die Kamera löst zu langsam aus für das flinke Gewusel auf dem Eis.


Beim Anblick der rot-weißen Bekleidung fällt mir ein, dass ja heute Nikolaus ist!












Auf dem Rückweg zeigt die Sonne, welche Kraft sie doch hier entfalten kann. Dampfender Schnee.
















Zum Schluss noch ein paar besonders schöne Sonnenuntergangsdahinschmelzbilder...
Und wenn sie nicht geschmolzen sind, dann arbeiten sie heute wieder im Büro.
Sie sind nicht geschmolzen... 












Zum Thema schönes Wetter haben die Bündner Steinböcke auch noch ihre Senf-Zugabe:



Ach ja, mein Lauf.... leider nicht so schön wie die Bilder. Die 14 km waren zäh. Der Kirchhügel verlangte mir eine kleine Gehpause ab (aber wirklich nur klein). Doch danach blieb der Puls trotz Bergabstrecke zu hoch und konnte nur durch immer wieder kurze Geherei in erträglichem Maß gehalten werden. Mh, grummel, ich hoffe, das war nur ein Ausreißer.

5 Grad, 14,1 km, 1:32:49, (6:34 Min/km), HF 139, 155 HM

Samstag, 5. Dezember 2015

Im Nebel in der Sonne

Für ein verlängertes Wochenende dürfen wir etwas genießen, das es nur in den Bergen so gibt: Dem Nebel zuschauen. Wie er einmal Thun unten im Tal komplett in einer Wolkenwatte verpackt, oder wie er sich ausdehnt, aufsteigt und schließlich auch unser Holzhäuschen erreicht.
So gibt es blauen Himmel, Sonne und Nebel zugleich.
Besser als Kino!

Nachdem ich gestern doch einem Lustlosigkeitsanfall erlag und unter der fadenscheinigen Ausrede "Es regnet" dann doch auf dem Sofa blieb, lockt das heutige Wetter hinaus.

So erlebe ich heute wunderschöne Eindrücke.
Also nun, eher Bilder als Worte.































Preisfrage: Den Kirchhügel laufend oder gehend? Ich entscheide mich für laufend, aber mit Fotostopp am höchsten Punkt. Ganz hinten greift gerade die Nebelwand nach unserem Häuschen.

Neulich hatte ich einen neuen Shop entdeckt. Und gleich daneben eine kleine Verlockung für den Sommer, einen Tastweg.



Wieder zurück am Haus, das der Nebel inzwischen verschluckt hat.

Zum Thema Nebel in den Bergen gibt es einen netten Spot aus Graubünden, freundlicherweise mit Untertiteln (die Anzeige der Untertitel scheint vom Browser abhängig, ggf. klappts über diesen Link: https://www.youtube.com/watch?v=xeqvxkQjm34):




7 Grad, 10 km, 1:02:58, (6:16 Min/km), 115 HM, HF 136