Eine wunderbare Ergänzung zum letzten Post.
Heute soll es läuferisch wieder einmal an die Kante gehen. An die Abbaukante des Tagebaus.
Schon von weitem grüßt das stählerne Monster, das imposant nahe an der Straße am Grubenrand knabbert.
Im Juli war ich zuletzt hier (Link), als ebenfalls ein Bagger sehr nahe der Straße stand. Sie bewegen sich mit ihrem Schaufelrad entlang des Grubenrandes, dessen östliches Ende hier ist. Daher ist es Glückssache, einen dieser Dinosaurier so nahe sehen zu können.
Betreten ist natürlich verboten.
Doch frau ist nunmal neugierig.
Etwa 100 m weiter die Straße entlang bietet sich die Möglichkeit eines besseren Einblicks, indem ich die Straße für 2m verlasse und einen kleinen Erdwall besteige.
Laut hört man die Abbaugeräusche: knirschen, metallisches rauschen und ächzen, eine destruktive Sinfonie der Technik.
Konstruktiv hingegen begegnet man hier interessierten Zuschauern. Unmissverständlich wird neuerdings auf Strafen bis zu 250.000 EUR und 6 Monate Ordnungshaft verwiesen, die der riskiert, der sich zu sehr nähert.
Na da weiß man doch gleich,wo's langgeht.
Für mich gehts ab hier wieder langsam zurück. Vorbei an einem alten Mann, der vom Rad gestiegen ist, und ebenfalls stumm auf diese Mondlandschaft mit Raffzahn schaut. Vielleicht hat er früher mal irgendwo da gewohnt, wo nun das Riesenloch gähnt...?
Was die Dimension angeht, habe ich mir erlaubt, bei Google Earth einen Screenshot zu machen. Und zur Einschätzung der Größenrelation Köln mit draufgelassen. Der Tagebau ist der große helle Fleck links. Allerdings kommt Google kaum nach, der Stand dürfte etwa 2 Jahre alt sein. Inzwischen hat sich das ganze Loch weiter nach Südost gefressen. Dafür ist nun die verlegte Trasse der A4 enthalten, südlich der Grube. Wer weiß, wie es hier in einigen Jahren aussieht. Obwohl, naja, rhetorische Frage. Es zeichnet sich ja jetzt schon ab.

So laufe ich also dem Weihnachtsurlaub entgegen. Schön langsam, denn meine Ärztin meint, die Borreliose könnte doch noch nicht so durch sein. Es gibt Anzeichen dafür, aber auch Anzeichen dagegen. Im Januar weitere Tests, bis dahin gilt: Laufen mit angezogener Handbremse.
A propos: Mich ereilte heute wie das Kind die Jungfrau ein nettes anderes Training am kommenden Montag, denn einige Menschen unserer Firma dürfen dann an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen. Zwei von ihnen mussten absagen. Die vakanten Plätze wurden an die vergeben, die am schnellsten auf die entsprechende Rundmail an alle reagieren.
Manchmal ist es echt von Vorteil, wenn man Freitag Nachmittags noch am PC sitzt und auf solche Mails sofort antwoten kann... :-). Dann bin ich schon mal gespannt!
12 Grad, 11.7 km, 1:13:37, (6:16 Min/km), 5 (!) Höhenmeter