Eigentlich wäre es in 6 Tagen soweit, Ahrathon 2020. Aber der Lauf teilt das Schicksal aller anderen derzeit, abgesagt. Da blutet schon ein wenig das Herz, vor allem, da wir dort auch lauter liebe Menschen getroffen hätten, schnief.
Dennoch zieht es uns ins Ahrtal, die Strecke ablaufen - das MUSS sein!
Wir starten, wie es sich gehört, im Dahliengarten, heute völlig läuferleer.
Das hat den enormen Vorteil, dass es im Startblock kein Gedrängel gibt. Wir können sogar einen fliegend Start lancieren!
Es ist ziemlich böig windig von vorn an der Partie an der Ahr. Doch bald
laufen wir im Sonnenschein, der es zumindest für mich angenehmer macht.
Der erste V-Punkt, das wäre sonst der mit dem größten Sortiment an
Weinen und Fingerfood. Heute auch etwas leer. Doch wir hatten uns schon
bei der Anfahrt mit gutem Tropfen dort versorgt, für daheim natürlich.
Und dann heißt es schon die Weinberge zu erklimmen! Welch ein Wetterglück wir doch haben! Inzwischen schätze ich den kühlenden Effekt des Windes. Leider fehlt die "innere flüssige Erwärmung", aber der erste Anstieg hat es in sich und erhitzt nicht zu knapp.
Auch hier im Ahrtal lässt uns das
Römermotto , wie z.B. am letzten Sonntag, nicht los. Denn in Bad Neuenahr waren sie ebenfalls. So wurde bei Bauarbeiten für eine neue Umgehungsstraße eine
Römervilla entdeckt. Um sie zu erhalten, wurde sogar der Straßenverlauf geändert. Heute ist die Ausgrabung ein Museum, das wir hier perfekt vor uns im Tal sehen (das große verschachtelte Dach in der Bildmitte).
Wir erreichen bei unserem km 9,5 den nächsten Verpflegungspunkt. Hier gibt es sonst den köstlichen Weißburgunder feinherb, eisgekühlt, aus dem Nachbarort. Wir gönnen uns stattdessen ein Wässerchen.
Mir fällt etwas auf. Da hinten.
Ja, das Auto ist auch ganz nett, auch wenn mein Modell schöner ist. Aber ich meine da hinten ...
Die zwei Leute. Ja, es sind zwei, recht kompakt liegend...
Weiter gehts und nach 3 km erreichen wir schon den nächsten Posten. Hier war letztes Jahr prima Live-Musik, malerischer Blick ins Tal, unvergleichliche Stimmung. Heute ... wir müssten wohl selber singen.
Kein Grund für einen langen Aufenthalt, wir wollen weiter die schöne Strecke genießen.
Gute 2 km weiter der Verpflegungspunkt, der sonst die legendären Spaghettiröllchen am Stick anbietet. Chris wählt heute dafür sein Gel, ich halte meins noch zurück.
Meine Beine sind dann auch schon leicht müde und den steilsten und letzten Anstieg nehme ich wie immer gehend. Chris nicht, aber der hat auch Älpler-Gene...
Nach 3/4 der Strecke erreichen wir Ahrweiler mit seinen lauschigen Gässlein. Und einem ebenfalls verwaisten Verpflegungspunkt. Warum die Flaggen gehisst sind? Keine Ahnung.
Ab nun bewegen wir uns wieder in flachem Gelände, heureka! Inzwischen ist die Mittagszeit vorbei, was man an zunehmendem Aufkommen von Flaneuren in den Grünanlagen merkt.
Das Steigenberger läutet sonst den letzten km ein, mit den köstlichen Obstspießen und Dixielandmusik. Heute ist ein anderer Auftrieb, es findet ein Open-Air-Edel-Markt statt. Maskenpflicht und Eintritt. Wir haben aber noch etwas vor...
Uns nämlich dem Ziel entgegen zu werfen. Leider hat niemand den Zielbogen aufgebaut. Macht nichts, wir sind trotzdem so erfreut über unseren Lauf, dass wir noch eine Zugabe geben und die 28 km voll machen.
Eine Motivation, noch über das Ziel hinauszulaufen, ist etwas, dass ich vorher am Wegesrand sah und unbedingt noch festhalten möchte.
Das hier:
Ja war denn die
Helge schon hier?!
Zu Bildeindrücken, wenn "richtiger" Ahrathon ist, gehts
hier entlang. Wir freuen uns auf 2021!