Verrückt! Das letzte Vorbereitungstraining, das der TV Konzen als Ausrichter des Monschau-Marathons stets zweimal vor dem Ereignis anbietet, liegt schon 3 Jahre zurück! Seither kein richtiger Marathon, folglich kein gemeinsamer Testlauf. Aber nun endlich war es wieder soweit, knapp 3 Dutzend Laufbegeisterte fanden sich zusammen, in bewährter Weise werden 3 Laufgruppen arrangiert (flott-mittel-langsam, Übergang fließend) und wir steigen am Sonntagmorgen bei km 11 in die Originalstrecke ein, bis zum Ziel soll es gehen, also 31 km.
Ein herrliches Gefühl, endlich wieder gemeinsam in die Eifelwälder einzutauchen! Die Luft ist angenehm frisch und sauerstoffreich, ein tolles Gefühl! Ich möchte den Schwung aus den Höhenmetern der schweizer Berge mitnehmen. Und tatsächlich, die Steigungen fühlen sich gar nicht so anstrengend an!
Ich laufe zwischen der mittleren und der langsamen Gruppe, anfangs noch in Gesellschaft. Mit einer älteren Läuferin komme ich zum Thema Laufrock-nähen-aus-Finishershirts ins Plaudern. Ich trage eins meiner Exemplare und sie scheint daran Gefallen gefunden zu haben, nimmt meinen Rock während des Laufens genauer unter die virtuelle Lupe. Da sie auch näht, gebe ich ihr einige Tipps aus meiner bisherigen Erfahrung.
Bei unserem km 7 verlassen wir den Wald und laufen nun durch Eifelfelder- und Wiesenlandschaft. Die Sonne wird kräftiger, doch es weht ein sehr erfrischender Wind, so dass es weiterhin angenehm bleibt, noch.

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| MoMa-Markierung |
Beim Brather Hof (für uns km 10,5, auf der Originalstrecke ist es die HM-Marke) erwartet uns das bewährte Team mit einem weiteren kleinen Verpflegungsstand. Ein Super-Service, man muss nicht allen Wasservorrat selber mitschleppen und kann diesen sogar nachfüllen.
Etwas irritiert bin ich, dass ich Chris gerade mit einem Teil der Mittelgruppe entschwinden sehe, ich hätte ihn weiter vorn vermutet. Rasch greife ich zu Wasser und mache mich wieder auf den Weg.
Es folgt das Perlbachtal, das ich sehr gern belaufe. Im Frühjahr gibt es hier große Narzissenfelder. Vielleicht sollte man den MoMa einmal zu dieser Blütezeit starten...?
Inzwischen trabe ich allein vor mich hin, was aber nicht minder Spaß macht. Nur das Knirschen der Eifelkiesel kommt an mein Ohr. Ich liebe dieses Geräusch.
Der Anstieg nach Kalterherberg wird eingeläutet durch ein sehr steiles Stück. Immer noch nicht flacher geworden...
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| Boygroup oder Girlband? |
Gottseidank weht auch in Kalterherberg Wind, sonst würde die Sonne uns nun grillen. Bei unserem km 21 der nächste kleine Getränkestand. Kurz bin ich irritiert, ich sehe Chris nun schon viel näher gerade wieder lostraben. Ich nehme mir etwas mehr Zeit, schlucke ein Gel und eine Salztablette. Dann auf ins nächste kleine Tal.
An dessen Ende sonst ein Wanderparkplatz wartet, diesmal jedoch eine Großbaustelle! Zuerst bin ich erschrocken. Wie soll man denn die Brücke queren? Auf den zweiten Blick nehme ich einen kleinen Behelfssteg links von mir wahr, allerdings nur erreichbar über steilen Schotterberg. Da wird man bis zum MoMa noch etwas kreieren müssen.
Hinter der Baustelle folgt bald das berüchtigte Leyloch. Und was erspähe ich vor mir? Meinen Mann sich bergauf schleppend, nicht mehr in einer Gruppe.
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| Da läuft Chris! |
Bald kann ich aufschließen. Er leidet, Rücken, kann nicht mehr bergab laufen, sondern nur gehen. Der Asphalt bekommt ihm nicht. Er möchte dennoch, wenn auch langsam, die Strecke zu Ende bringen.
Ich trippele weiter für mich allein an Mützenich vorbei.
Am Standort des Honigzelts, 4 km vor dem Ziel wartet auch heute ein kleiner Getränkeposten. Ich nehme Sprudel und Apfelschorle, genau das tut mir nun gut und gibt Kraft für die letzten km.
Nach einer Bergabstrecke am Rand einer Landstraße, ein letzter Abschnitt mit ein wenig Trail-Ambiente.
Danach nur noch eine gemütliche Passage zwischen Feldern im Schatten alter Bäume und schon habe ich das Ziel vor Augen, heute allerdings weniger belebt wie es in 3 Wochen sein wird. Höchste Zeit, es ist über 25° warm, wird noch gegen 30° steigen. In knapp 4 Stunden, und damit 13 Minuten langsamer als 2019, bin ich durch. Und lasse damit allererstmals Chris um Minuten hinter mir. Was aber kein Triumph ist, denn er hat ja ein körperliches Problem. Den gesunden Chris abzuhängen bleibt also weiterhin das Wunschziel...
Dafür waren die 540 Meter bergauf gefühlt nicht so steil wie früher. Trainingseffekt oder Gewöhnung? Egal was es war, schöneres Laufen ist es!
Im Ziel gibt es nochmals Getränke und Energieriegel, die Duschen wären auch nutzbar. Eine wirklich prima Sache, diese organisierten Traings.
Nächsten Sonntag folgt eine weitere Laufrunde auf der Originalstrecke.