
# 15: Eine unspektakuläre Walkingrunde bei wiederum herrlichem Winterwetter kurz nach 11. Die vier Apotheken unseres Ortes kann ich ja mal zu Fuß abmarschieren. Ich bräuchte Teebaumöl aus der Stammpflanze, erhältlich wäre es aber nur "naturrein" oder "rein biologisch", also Fehlanzeige. Dafür kaufe ich noch Wegzehrung für die Fahrt in die Schweiz ein.
# 16: Kaum im Kanton Bern angekommen, ist am Freitag die 12-Uhr-Einheit an der Reihe. Ich tue mich wie immer wieder einmal am Tag nach unserer Ankunft etwas schwer. Anscheinend ist die "Höhe" von 850 m ü.M. gelegentlich nicht mit meinem persönlichen Biorhythmus kompatibel. Dennoch wird der Kirchturmhügel laufend bezwungen. Auch wenn der Schnee überwiegend fehlt, steigt die Stimmung bei Sonne und blauem Himmel gewaltig. Kann man bei solchem Wetter schlechte Laune haben...? Da wandern die Mundwinkel ganz von selber nach oben.
Ansonsten betreibe ich ein wenig "Pre-Shopping", also schauen, was die diversen kleinen Selbstbedienungslädeli so im Angebot haben.
Bei den Randen (dt.: Rote Bete) hat sich ein eher unverdauliches Früchtchen versteckt...:
#17: Die langsam einsetzende Sonnenuntergangsstimmung verlockt zur 16-Uhr-Einheit, einer Walking-Zugabe. Diesmal soll es zum Aussichtspunkt hinter dem Dorf gehen. Auf dem Weg dorthin lauert eine heftige Steigung, die schon gehend das Gefühl vermittelt, gegen ein sehr straffes Gummiband arbeiten zu müssen.
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| Der Aussichtspunkt |

Ich kann meine Route nicht ganz wie geplant wählen, denn an Schattenhängen lauert eine eisig bis pappig-rutschige Schneeschicht.
Auf dem Rückweg werde ich Teil eines vergeblichen Hundetrainingsversuchs.
Ein Paar kommt mir mit einem sehr munteren sehr jungen Hund entgegen. Sie üben gerade erkennbar "artig an der Leine gehen" und dann "wir lassen andere Menschen unbehelligt vorbei". An der Stelle läuft es leider, auch durch mein Zutun, schief. Beim Näherkommen wird das muntere Hundebündel immer süßer, was ich dann auch spontan äußere. Wodurch Frauchen begeistert die Leine locker lässt, Nele, 21 Wochen alter Labrador (wie ich erfuhr), begeistert an mir hochspringt und ich ebenso begeistert sein hellbraunes Fell streichle. Dieser Anziehungskraft kann man kaum widerstehen.
Dieses war die nette Hundebegegnung.
Es folgt die andere.
Auf der Hügelkuppe kommt auf einer nicht umzäunten Weide plötzlich ein lauthals bellendes und zähnefletschendes Energiebündel angestürmt. Mist, meine Hundebestechungsleckerli habe ich nicht dabei. Weit und breit ist niemand zu sehen, zu dem dieser Terror-Bello gehören könnte. Zwar scheint er sich seltsamerweise nur bis zum Rand der Weide zu bewegen und den Feldweg zu meiden, aber den Härtetest möchte ich doch lieber nicht machen. Also blicke ich betont weg und mache ganz langsam und behutsam kehrt. Mehrmals schaue ich mich sicherheitshalber vorsichtig um, und jedesmal nimmt er das zum Anlass, nochmals eine gebellte Salve loszulassen.
Leicht schweißgebadet kann ich den Ort dieser Begegnung verlassen und wähle einen anderen Weg zurück, unterhalb der Hügelkuppe entlang.
Doch da, ich kann es kaum glauben, erwartet mich dieser Terrorist auf der Straße, die er diesmal sehr wohl betritt! HALLELUJAH! Was nun?! Guter Rat ist teuer. Gerade steigert er sich in ein formidables Creszendo, als ihn vom Hof her eine Frauenstimme abruft.
Zack, weg ist er, uff, überlebt.
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| Der Terror-Bello |
Immerhin kann ich mit #16 und #17 rd. 250 Höhenmeter verbuchen.
Da verläuft #18 wieder erfreulich entspannter. Auf dem Auslauf vor "unserem" Hof ein friedliches "Tête à deux":
Bei knapp unter 0° mache ich mich zu einer etwas längeren Tour auf.
Im übernächsten Dorf hat die Schreinerei einen kleinen Schauraum eingerichtet, 24/7 offen. Dort werden sehr kreative und schöne Dinge hergestellt. Im Raum selber riecht es herrlich nach Holz, nach Natur, nach Behaglichkeit.
Bei der Kirche lebt eine kleine Hühnergruppe, die sich aus anderen als den sonst üblichen Rassen zusammensetzt. Irgendwie größer und kräftiger wirkt das Federvieh. Vor allem der Hahn ist ein beeindruckender Prachtkerl. Leider wünscht er keine Einzelportraitaufnahme.
Nochmal 145 Höhenmeter darf ich verbuchen, und 13,5 km.
Damit sind 3/4 der NRFTW-Läufe erledigt. Es folgt nun eine Pause von 5 Tagen, denn leider zählt ja Skifahren nicht mit hinein.