Sonntag, 3. Oktober 2021

Planänderung

Eigentlich liebäugelte ich mit einer anderen Sonntagsaktivität. Der Köln Marathon wird auch dieses Jahr wieder virtuell angeboten. Der Lauf, der unerwartet für mich 2020 ein richtiges kleines Highlight wurde. Dank der gut gemachten App und vor allem der flotten Musik lief ich nur wenige Sekunden über meiner PB. Warum nicht spontan eine Wiederholung? Als erstes gießt Petrus Wasser in den läuferischen Wein. Die Prognose für den Sonntag sieht Sturm und Regen vor. Zwar hat man dieses Jahr 14 Tage Zeit für den Lauf, aber in den nächsten 10 Tagen wird es definitiv nicht passen. Und dann erkenne ich, dass wohl mit der Musik etwas anders ist, werde aber nicht ganz schlau aus der Beschreibung im Netz. Man scheint da wohl zusätzlich einen Streamingdienst abonnieren zu müssen. Sicherheitshalber frage ich bei den Kölnern nach. Erste Antwort, unsicher, ja, könnte sein, man frage noch den Technikkollegen. Nach 3 Tagen kommt die endgültige Auskunft: Man brauche die Premiumversion dieses Dienstes, aber die sei ja in den ersten 3 Monaten kostenfrei. Es widerstrebt mir leider völlig, mir einen solchen Account aufzwingen lassen zu müssen. Bliebe also ein Lauf mit der "Audio Experience", die nur in den Durchsagen pro km besteht. Das wäre dann im Vergleich zu 2020 wohl eher dröge. Na mal sehen, ob mein Leidensdruck mich noch in diese Variante bringt, allerdings bin ich derzeit skeptisch.

Daher Planänderung zugunsten eines 2-Stunden-Laufs am Samstag mal wieder Richtung Manheim. 18° und Wind, fast zu warm. 







Im Ort tut sich in den letzten Monaten relativ wenig, im Vergleich zum Abrisstempo zu Beginn. Also kann man weiter der Natur zusehen, wie sie sich ungehemmt ausbreitet, Asphalt und Beton langsam wieder zurückerobert.




An einem kleinen Nebenweg am Ortsrand steht eine Kastanie, deren Früchte niemand interessieren. Leider habe ich keine Transportmöglichkeit. Also flugs am Sonntagmorgen nochmals per Auto hin. Der inzwischen Fahrt aufnehmende angekündigte Sturm hat mir großzügig geholfen. Lagen bei meinem Lauf am Vortag einzelne Kastanien am Boden, so ist er jetzt fast übersäht damit. Während ich den mitgebrachten Korb fülle, ploppen immer wieder weitere Kastanien um mich herum zu Boden. Da hätte ich ja eigentlich einen Helm mitbringen müssen! Doch ohne größere Schäden kann ich mit meiner Ausbeute heimkehren und dekorativen Tätigkeiten nachgehen. Der Herbst ist unverkennbar da.















Sonntag, 26. September 2021

Souvenirs & Memories

Dies&das gab es im Lauf der Woche.

Einen gemütlichen 12-km-Lauf, einen schnellen 8-km-Tempolauf und heute eine 2-Stunden-Runde.






Beim ersten Lauf war interessant zu beobachten, wie eine riesige Taubenhorde sich über einen abgemähten Acker hermachte. Leider schwer zu fotografieren:


Beim Tempolauf hatte ich erst gar keine Kamera dabei. Hätte ich sie gehabt, wären Möwen ein Motiv geworden. Die nutzen aus, dass ein Bauer gerade umpflügte und stoben mit ihrem typischen Geschrei um die Furchen. Diese Laute und der stramme Wind dazu erinnert doch sehr an Sylt, fehlte nur noch das Salz in der Luft!
Dafür möchte ich nette Post zeigen. Vom Maare-Mosellauf kam der angekündigte Sachpreis für meinen AK-Sieg. Ja wenn alle anderen Ü60-Damen daheim bleiben, ist nun ein Kasten Wasser des Sponsors meiner. Nette Idee, dass man den nicht im Ziel im wahrsten Sinne abschleppen muss, sondern so gemütlich daheim vom Getränkemarkt abholen kann.

Auch aus Monschau kam Post. Die Teilnahmeurkunde und das Finishershirt. Zudem die hölzerne Medaille (Rückseite mit persönlicher Zeit) und ein netter Dankesbrief dazu.



Auf meinen langen Lauf heute stimme ich mich gebührend ein. Die Live-Übertragung des Berlin-Marathons will ich mir nicht entgehenlassen! Das Rennen entwickelt sich spannend. Der als hoher Favorit und auf Weltrekord laufend gehandelte Kenenisa Bekele fällt schon vor der HM-Marke aus der Spitzengruppe zurück, kämpft sich wieder heran, doch muss sich schlussendlich in einem spannenden Finale mit Platz 3 begnügen. Auch Philipp Pflieger ist wieder dabei, möchte ebenfalls eine neue PB erzielen. Die verpasst er leider, hat körperliche Probleme, rangiert aber auf einem respektvollen 16. Platz. Ja Berlin .... bei den Bildern blicke ich sooo gern auf 2017 und 2018 zurück! In Gedanken laufe ich mit, erinnere mich an viele Stellen, die im Fernsehen nun kurz aufblitzen. Kein Wunder, bei dem Tempo, das dort von der Spitze gelaufen wird.


A propos 2017, wie die Dinge sich doch wiederholen! Auch seinerzeit fand der Lauf genau am Wahltag statt und ich erinnere mich noch an das große Polizeiaufgebot rund um den Reichstag. Heute fällt mir ein für mich eher unfreiwillig komisches Element auf: Auf einigen Wahlplakaten sticht mir eine Einladung ins Auge. Ob die ernsthaft meinen, für ein Bratwürstchen macht man dort das Kreuzlein? Und bei "Wurst" und "Würstchen" drängen sich mir da ganz andere Assoziationen auf...


Die anderen sind aber auch nicht besser. Dieser Tage untergruben sie mein Recht auf freien Zugang zur S-Bahnstation und wollten jedem Reisenden diverse Prospekte und einen Apfel aufnötigen. Leider fallen mir manche schlagfertigen Antworten immer zu spät ein. Dann hätte ich gefragt, ob das der saure Apfel sei, in den wir alle nach der Wahl beißen werden...?

Heute trabe ich leicht underdressed also nach dem "ersessenen" Berlin-Marathon los. Der Wetterbericht hatte 24° versprochen, also laufe ich in Flattershorts und Singlet. Doch es bleibt kühler und auch noch mit Wind garniert. Als ich einen Teil der Radtour von neulich ablaufe, bin ich im Wald am Rand des Fröstelns. (Ok, es war ja auch ein langer laaangsamer Lauf). Genug Zeit, ein wenig über Botanik zu lernen.


Das Waldgebiet mit Namen "Parrig" ist naturbelassen, alles kann wachsen und wuchern wie es mag. Das dankte der Wald, indem er kürzlich bei der Flut große Mengen Erftwasser aufnahm und so manches verhindern half.

Stieleiche

Alles in allem lief es erfreulich locker, wenn das mal immer so wäre. Daher habe ich an diesem Kruzifix am Wegesrand noch nicht einmal ein Stoßgebet verrichten müssen.


Sonntag, 19. September 2021

Vorausgelaufen

Ein wunderschöner Frühherbstsamstag. Chris möchte die 10-Meilen-Strecke des Grand Prix von Bern ablaufen, der in 3 Wochen in corona-konformer Durchführung stattfinden soll. Also stehen wir bei 17° und leichtem Wind an der Startposition. Gelegenheit, einmal Eindrücke festzuhalten, für die beim Rennen nicht immer die Zeit ist.



Nach dem ruhigen Startgelände beim Wankdorf gehts ein erstes Mal in die Altstadt. 




















Beim Marzili queren wir die Aare und laufen nun eine grüne Passage am Flussufer entlang, dann durch das ruhige Wohnquartier an der Jubiläumsstraße.



Ein Imker beim Werk



Beim Tierpark/Dählhölzli lohnen ein paar phantasievolle Skulpturen aus Baumstümpfen den Fotostopp. Im Wald selber nehmen wir wahrscheinlich nicht ganz die richtigen Wege, sieht alles so gleich aus... Schlussendlich aber erwischen wir den Ausgang zum Thunplatz, wo wir uns durch ein Thai-Straßenfest bewegen.






Schwimmer in der Aare





Denkmal des Weltpostvereins
Ein weiteres Mal geht es in die Altstadt, die sich nun deutliche belebter präsentiert. Markt auf dem Bundesplatz und in der Münstergasse, vor dem Münster Flohmarkt. Hatte ich vorher eher Sorge, wie wir einige Straßen zügig queren können, sind es nun die vielen Flanierenden, die es zu umrunden gilt. Aber es geht ja nicht um eine schnelle Zeit.


Kunst an Tramhaltestelle






Nochmals über die Nydeggbrücke, im Hintergrund links grüßt schon der Aargauer Stalden, der mich wie immer Puste kostet.


Der letzte Kilometer wird eingeläutet. Hier geht es nochmals leicht abschüssig und die müden Beine können wieder Schwung nehmen. Fast meinen wir, Speaker und Zuschauer im Zielbereich zu hören, im Geiste jedenfalls...


Ha, da ist es, das Ziel! Heute ohne Zielbogen, aber immerhin im Sonnenschein:


16 km und 180 Höhenmeter später. Eine schöne Runde wars. Chris hat seinen Selbsttest bestanden, die Beinmuskulatur hat durchgehalten. 
Wir freuen uns auf den Lauf und hoffen auf ebenso gute Laufbedingungen. Nette Leute werden wir ohnehin treffen!