Nach meinem letzten "Höhenangriff" habe ich den Geschmack gekostet... Ein erneuter Angriff auf den Villerücken muss sein, diesmal aber mit Anstieg an einem Stück hinauf zur Fischbachhöhe. Auf nach Quadrath-Ichendorf, das zu Füßen der "Westflanke" liegt.
Mein Einstieg verläuft über die Zufahrt zu einem Gewerbegebiet. In der Kurve ein Bildstock. Her mit einem Bild für meine Sammlung.
Der Anstieg über rd. 110m führt auf ziemlich direktem Weg hinauf, verlockend. Aber noch verlockender der Hinweis auf eine Kapelle. Also schere ich auf halber Höhe kurz aus, um sie mir anzusehen. Die heilige Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, wird hier verehrt und es gibt auch eine kleine Erklärung dazu und zum Terrain, auf dem ich mich bewege.
Der kurze Weg bis zur Kapelle ist glitschig und ich bin froh, als ich wieder auf dem gut laufbaren Naturweg zur Fischbachhöhe bin.
Verrückt, bis oben sind es nur 6 km, aber ich war noch nie hier, dachte immer, da könne doch nichts sein. Ist es aber doch. Nämlich eine äußerst einsame Höhe, die bei gutem Wetter sicher gute Aussicht bietet. Heute hingegen verlieren sich sogar die Windräder zum Teil im Hochnebel. Nur das Rauschen ihrer Flügel begleitet mich an diesem einsamen Ort.
Und was sehe ich da plötzlich stehen? Ein Hinweisschild auf die Wanderroute zur römischen Via Belgica, die geografisch hier verlief, bevor sie im Zuge des Kohleabbaus auf einigen km verschwand. Wunderbar, ein Fixpunkt, an den ich nun weitere römische Erkundungen anschließen kann. Zu meiner noch größeren Überraschung stelle ich daheim fest, dass ich auf nur ca. 150 m Luftlinie an den Resten der
Heidenburg, einem römischen Burgus vorbeilief. Allerdings liegt sie in einem Taleinschnitt und der tatsächliche Weg wäre um einiges weiter. Aber wenn das kein Grund ist, hier erneut anzutreten!
Ich trabe ein wenig an den Äckern entlang, bevor ich mich daran mache, einen Rückweg zu erkunden. An einer Kreuzung passiere ich einen weiteren Via-Wegweiser, diesmal begleitet von einem Wegekreuz.
Weil das Reiterschild so nett auf den Birkenstamm gemalt wurde, entscheide ich mich für diese Richtung. Eine andere Abzweigung hätte mich zur Heidenburg geführt, wie ich jetzt weiß. Ich stoße letztendlich wieder auf meinen ursprünglichen Anstieg zur Höhe hinauf, den ich diesmal abwärts "fliegen" kann. Ganz in der Ferne zwischen den Baumwipfeln kann ich ein wenig die Aussicht erahnen, die man bei besserem Wetter hier hätte.
Nach 19 km bei 5° im rheinischen nasskalten Grau freue ich mich auf eine Stärkung daheim. Da meine bisher bevorzugte bayerische Brauerei mein Lieblingsradler wohl nicht mehr herstellt, waren umfangreiche Feldforschungen nötig, einen neuen Labetrank zu finden. Also im Getränkemarkt das entsprechende Sortiment zusammengekauft und nach und nach geschmacklich erschlossen. Vieles konnte rasch aussortiert werden. Mal zu "bierig", mal zu süß, mal zu Limonaden-dominiert. Das kölsche Radlerprodukt konnte mit kurzer Lieferkette das Aroma nicht aus dem Keller heben.
Zu meiner eigenen Überraschung erwies sich ein Tröpfchen aus dem ganz hohen Norden, unter Insidern auch wegen des charakteristischen Ploppens beim Öffnen beliebt, als Testsieger. Außerdem hat es deutlich weniger Kalorien als die übrige Konkurrenz.
Das Profil meines Laufs: Statt Eiger & Co diesmal eher Tafelberg. 😀